Mittwoch, 21. Oktober 2015

Wenn Frauen vom Kinderkriegen reden

Dann hören die Männer gerne mal weg. Aber heute und hier und in diesem Beitrag geht es genau darum. Es geht um Frauen und das Kinderkriegen. Frauen und Kinderkriegen sind untrennbar miteinander verbunden, da kann man auch keinen Mann zwischenbasteln. Für den Zeugungsakt werden wir Männer zwar noch gebraucht, aber danach sind wir praktisch, also rein evolutionär, überflüssig. Die Schwangerschaft schreitet auch ohne uns voran. Kind kommt auch raus, wenn wir uns frühzeitig vom Acker machen würden.
Aus biologischen Gründen können wir Männer keine Kinder kriegen, wie ja inzwischen allgemein bekannt sein dürfte. Aber was, wenn ich sage, dass ich es eigentlich schade finde, dass Männer ihre bessere Hälfte nicht besser unterstützen können? Ihnen etwas von der "Last" und den Wehwehchen abnehmen? Schwangerschaft aufteilen oder so, das wäre doch eine Maßnahme.

Kinderkriegen ist Frauensache!?

Wie schon gesagt, ja! Daran ist nichts zu ändern. Babys reifen nunmal besser im weiblichen Körper. Da kann man sich als Mann natürlich leicht als Held hinstellen und sagen "Jaaaha, wenn ich könnte, würde ich ja auch ein Kind austragen, aber es geht nun mal leider nicht". Vermutlich sind 98,5 % der Männer, die das sagen, ziemlich froh darüber, dass es nun mal leider nicht geht.



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Jetzt kommt das ABER

ABER als Mann bzw. werdender Papa kann man meiner Meinung nach verdammt viel tun, um der Mama die ganze Sache etwas leichter zu machen. Und zwar vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel. Denn genau da befindet sich meine Frau jetzt. Und was soll ich sagen: Bilderbuchschwangerschaft. Pünktlich zum letzten Trimester treten die typischen Symptome dieses Schwangerschaftsabschnittes aus. Genau wie es im Schwangerschaftsleitfaden steht. Kondition nimmt ab, Bauch nimmt zu, Beweglichkeit nimmt ab, Tritte auf die Blase und in sonstige Bauchraumorgane nehmen zu.

Hier mal ein paar ganz allgemeine Tipps, die Eurer Frau die Schwangerschaft mit eurer Hilfe etwas erleichtern können:
  • Anerkennung: Zeigt eurer Frau, dass Ihr all das honoriert, was sie in der Schwangerschaft alles mitmacht. Sie darf ruhig mal hören, dass Ihr stolz auf sie seid. Zwar ist Schwangerschaft keine Krankheit, aber ein Kindergeburtstag eben auch nicht immer. Und ich finde, dass das durchaus erwähnenswert ist.Viele der kleinen und großen Wehwehchen sind kein Ponyhof und würden so manchem Mann ordentlich zusetzen.
  • Unterstützung: Nehmt Eurer Frau körperliche Aktivitäten ab. Zwar sind viele Frauen lange der Meinung, dass sie ja fast alles tragen können, aber die Realität zeigt, dass es ab ungefähr der 25. Woche dann doch anstrengender wird. Aus vertraulichen Quellen weiß ich, dass manch eine Frau sich gegen Ende der Schwangerschaft nicht mal mehr die Schuhe ordentlich zubinden kann, also kann auch das eine echte Männeraufgabe werden.
  • Rücksichtnahme: Ich bin ein recht großer Kerl, meine Frau ist ein Ideechen kleiner. Beim Spazierengehen hat sie sich trotzdem meist meinen großen Schritten angepasst. Das ist nun vorbei, denn die Kondition reicht einfach nicht mehr. Was mache ich also als Gentlepapa? Richtig, viel langsamer gehen. Auch bei Treppen und Steigungen sind häufigere Verschnaufpausen nun vorprogrammiert.
  • Aushalten können: Dieser Punkt betrifft mich nicht so sehr, da ich bei meiner Frau bisher kaum Schwangerschaftsübellaunigkeit verspüre. Sollte diese sich aber dann doch mal zeigen, werde ich cool wie ein Eisberg alles hinnehmen und dies unter Unzurechnungsfähigkeit verbuchen :) Versprochen, Schatz!
  • Zusammen sein: Lasst eure Frau in der Schwangerschaft nicht alleine. Das damit nicht gemeint ist, dass ihr 24h am Tag aufeinander hängt, dürfte klar sein. Begleitet sie zu Untersuchungen, helft bei Babyzubehörshoppingtouren, unterstützt sie bei wichtigen Kindeszukunftsentscheidungen.Kurz: nehmt an der Schwangerschaft teil. Als Papa sitzt ihr auch mit im Boot.
  • Gefühle zeigen: Ist nicht jedermanns Sache, aber schadet bestimmt nicht. Zeigt eurer Frau, wie sehr ihr euch über die momentane Gesamtsituation und auf die Zukunft mit (einem weiteren) Kind freut.
Eigentlich hätte ich mir das Zusammentragen dieser Tipps sparen können. Warum? Weil das alles Selbstverständlichkeiten sind. Sollte das nämlich nicht der Fall sein, stimmt meiner Meinung nach irgendwas in der Partnerschaft nicht. Im Prinzip weiß aber jeder Mann, der seine Frau und das ungeborene Kind liebt, wie er ihr und dem Nachwuchs am besten helfen kann.

Es gibt sie doch, die Männerschwangerschaft

Ja, kein Witz. Sie ist auf den ersten Blick kaum von der weiblichen Schwangerschaft zu unterscheiden. Erst das Fehlen eines Fötus in der ebenfalls fehlenden Gebärmutter entlarvt den Mann dann schließlich als überhaupt nicht schwanger.
Aber das ganze hat tatsächlich einen Namen, nämlich Couvade-Syndrom. Es beinhaltet all die schönen Symptome, die auch den Frauen die Schwangerschaft versüßen:
  • Gewichtszunahme, vor allem am Bauch
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Stimmungsschwankungen
  • Hormonveränderungen

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Einige Forscher sprechen dabei auch von Gebärneid, was nichts anderes heißt, dass diese Männer zu den 1,5 % gehören, die es wahrscheinlich aufrichtig bedauern, dass sie nicht wirklich schwanger werden können.
Tipp für Papas:
Wir würden ja alle sicher gerne ein Kind austragen, aber es geht nun mal leider nicht. Die Lösung: Tut einfach alles andere, was in eurer Macht steht, um der Liebsten die 9 Monate so schön und angenehm wie möglich zu machen.

PS: Bisher kann ich nur pränatale Erfahrungen als Papa vorweisen. Was ich unter der Geburt und danach alles für meine Frau und das Kind tun kann, folgt dann zu gegebenem Anlass und wenn ich weiß, wie wirkungsvoll meine Unterstützung dabei wirklich war :-)

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Wie konntet / musstet / solltet / wolltet Ihr der Mama in der Schwangerschaft helfen? Oder war eher alles wie immer?

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