Samstag, 19. Dezember 2015

Der Stand der Dinge

Wie versprochen bring ich euch jetzt auf den aktuellen Stand, was die Schwangerschaft betrifft. Rein rechnerisch befinden wir uns ab Montag, 21.12.2015, in der 38 Woche, also 2 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin. Insidern dürfte aber bekannt sein, dass die 40. Woche nur ein Durchschnittstermin ist. Man spricht von plus/minus zwei Wochen. Es kann also jetzt los gehen, es kann aber auch noch fast einen Monat dauern.
(c) Torsten Mangner

Wie läufts?

Also bei mir ganz gut. Ich hab keine körperlichen Beschwerden, kann mich noch ganz gut bewegen und mein Bauch stört mich auch nicht großartig. Bei meiner Frau sieht das da schon ganz anders aus. Die Beweglichkeit hat rapide abgenommen. Jede Art von Positionswechsel ist teilweise mit recht großer Anstrengung verbunden und sieht logischerweise nicht immer allzu elegant aus.
Schuhe und die dazugehörigen Schnürsenkel rücken plötzlich in die Ferne - auch wenn sie die Schuhe schon an den Füßen trägt. In diesen Situationen stehe ich natürlich als hilfsbereiter Ehemann prompt zur Verfügung und helfe, wo ich kann. Im Gegensatz zu meiner Frau habe ich nämlich eher wenig Probleme damit, ihr die Schuhe zu binden.

Wenn man sich allerdings die Liste möglicher Schwangerschaftssymptome und -komplikationen anschaut, geht es meiner Frau richtig gut. Eine eingeschränkte Beweglichkeit kann da durchaus als Luxusproblem bezeichnet werden. Aber das weiß sie selbst und ist natürlich dankbar dafür, dass es so gut läuft. Selbst die dezenten Wassereinlagerungen sind im Großen und Ganzen nicht weiter störend.
Was schon nerviger ist, ist der quasi permanente Drang, ein WC aufsuchen zu müssen. Immer und überall. Beispiel: Sie geht, bevor wir mit dem Auto los fahren, nochmal schnell auf die Toilette. 2,5 Minuten später sitzen wir im Auto. "Ich muss schon wieder, aber ist noch nicht dringend". Wir fahren weiter. Weitere 2,5 Minuten später ist es dann dringend.
Und so gehts eigentlich ständig. Und vor allem nachts. 5 mal aufstehen - keine Seltenheit. Mein persönliches Papaglück dabei: Ich bekomme NICHTS davon mit. Gesunder, tiefer Schlaf, würde ich sagen.

Was sagen die Ärzte?

Bisher war beim Arzt immer alles in Ordnung. Unsere Tochter entwickelt sich prächtig, wächst und gedeiht und scheint körperlich vollkommen gesund. Gleiches galt auch für meine Frau, also auch hier keine Probleme. Die Kleine liegt auch artig mit dem Kopf nach unten, dementsprechend spricht auch nichts gegen eine normale Entbindung - ohne Kaiserschnitt.
Bis vorgestern: Der Gynäkologe setzt eine ernste Miene auf und sagt "Da stimmt was nicht". Und diesen Satz hört man absolut nicht gerne, wenn man als werdender Papa zusammen mit seiner hochschwangeren Frau beim Arzt sitzt. Bevor er überhaupt spezifiziert hat, was da eigentlich nicht stimmt, hab ich schon mein privates Kopfkino angeschmissen.

Was war passiert? Die Arzthelferin hatte bei meiner Frau einen leicht erhöhten Blutdruck gemessen und im Urin hat sich - was das eigentliche Übel war - Eiweiß gefunden. Und der gehört da nicht hin. Schon gar nicht in einer Schwangerschaft.
Wer etwas über die Folgen bzw. die Gefahren lesen will, dem kann ich diesen Artikel empfehlen. Hier wird das komplexe und im Ernstfall richtig gefährliche Krankheitsbild der Präeklampsie beschrieben.
Der Arzt sah sich durch diese beiden Befunde dazu veranlasst für den nächsten Tag eine Krankenhauseinweisung zu schreiben, um eine engmaschige, stationäre Kontrolle zu gewährleisten.
Diese Kontrolle haben wir natürlich machen lassen und sind mit einer gewissen Anspannung in den Kreißsaal. Nach wenigen Minuten konnte man uns die Anspannung glücklicherweise nehmen: Blutdruck normal, kein Eiweiß im Urin und beim Kind ist auch alles in Ordnung. Nichts anderes wollten wir hören.

Der einzige Trost, auch bei tatsächlich eingetretener Präeklampsie, wäre gewesen, dass meine Frau schon in der 38. Woche ist. So hätte die Geburt, wenn Gefahr im Vollzug ist, jederzeit eingeleitet werden können.

Keine Panik - alles wird gut

Wir sind also wieder auf dem Stand von vorher: Bei Vater, Mutter und Kind ist alles in Ordnung. Wir warten jetzt brav weiter, bis es irgendwann mit Wehen los geht.


Tipp für Papas:
Spätestens jetzt ist es für Papas an der Zeit den werdenden Müttern ordentlich unter die Arme zu greifen. Wie schon beschrieben, wird jede körperliche Bewegung anstrengend. Schweres Heben und Tragen sollte sowieso unterlassen werden. Daher: Nehmt euren Frauen schwere körperliche Arbeit ab. Viele Männer tun dies auch ohne Schwangerschaft, aber gerade in den letzten Wochen vor der Geburt sollte Frau kein Risiko eingehen. Strecken ist ebenso tabu, da es Wehen auslösen kann.
Neben körperlicher Unterstützung ist natürlich auch die emotionale Hilfe entscheidend. Eine Schwangerschaft ist nunmal kein Kindergeburtstag, da kann psychische Unterstützung also durchaus mal hilfreich sein.
Generell gilt: Sprecht mit eurer Partnerin. Nur so erfahrt, was ihr wirklich für sie tun könnt. Denn Bevormundung ist das letzte, was sie möchte - und das kann ich sehr gut verstehen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen